Casse-Croute

 

Das Casse-Croute stand schon ewig auf unserer To-Do-Liste, immerhin gibt es dieses Restaurant in unmittelbarer Nähe der Oper schon recht lange. Der Schlemmersommer 2016 lockte uns hin. Das reichlich eng mit kleinen Tischen bestückte Lokal beherbergt eine Menge Stammgäste -  ein gutes Zeichen! Unsere Bedienung war aufmerksam und flott - und am Ende völlig unkonventionell sofort bereit, ein Foto des Desserts zu machen, das der Nachbartisch erhalten sollte, der auch den Schlemmersommer genoss. Ich hatte nämlich im Eifer einer netten Unterhaltung mit einem der Stammgäste und natürlich auch, weil der leckere 2015 Laborie Impossible Red Western Cape aus Pinotage und Shiraz (29,90 Euro) sein Übriges tat, vergessen, einen Fotoklick von meinem Dessert zu machen. Leider hat dann doch ein technisches Problem dazu geführt, dass nun doch keine Fotos mehr vorhanden sind.


Ein trotz vorgegebenem Menüs getaner Blick in die Speisekarte ließ Erfreuliches erblicken, denn man widmet dort dem Thema Lebensmittelallergie eine ganze Seite mit einer Tabelle. Löblich, denn diese Art von Erkrankung schreitet leider voran. Und selten genug wird derartig offensiv damit umgegangen.
Das Menü begann mit gebratenem Kalbsfleischpflanzerl mit pikantem Cole-Slaw & Navel-Orangen Dressing. Eine niedliche kleine Frikandelle mit ausnehmend leckerem Cole Slaw und tatsächlich nach Orange schmeckendem Dressing machte uns als 1. Gang Freude.
Wie schon oben erwähnt, ließ auch der 2015er Laborie Impossible Red Western Cap, ein Pinotage und Shiraz, nichts zu wünschen übrig. Er mundete bis zum letzten Tropfen.
Der 2. Gang machte ebenfalls kulinarisch etwas her, weil der zum Carpaccio verarbeitete Tintenfisch mitsamt seiner Marinade sehr gefiel, allerdings war dies ein recht kleiner Gang.

 

Der 3. Gang: Krosse Poulardenbrust aus dem Rohr mit grüner Maispolenta & pikanter Peperonata war von mir mit sehr viel Spannung erwartet worden, ob die Poulardenbrust faserig trocken serviert würde, was gern mal in vielen Restaurants so angeboten wird. Test bestanden. Die Poulardenbrust kam entgegen meiner Befürchtungen nicht trocken, sondern perfekt gegart und saftig und tatsächlich noch mit krosser Haut, wie auf der Karte angekündigt. Grünes Polenta ist nun nicht so, dass man das Grün besonders herausschmeckt, aber als Farbklecks war es eine sehr gute Idee.


Ich muss gestehen, dass ich vermutlich eine reife Biozitrone nicht von derjenigen einer Amalfizitrone werde unterscheiden können, einfach, weil ich bisher noch nie bewusst den Geschmack von Amalfizitronen habe erleben dürfen. Insoweit kann ich nicht sagen, ob es wirklich eine Amalfizitrone war. Aber was ich sagen kann, ist dass das Zitronentartelette wunderbar cremig zitronig daher kam, irgendwie erfrischend und mit angenehmster Säure. Jedoch fiel das Karamelleis geschmacklich durch und die Schokoladesoße der Firma Callebaut störte eher, wenn auch sie ein sauberes Aroma mitbrachte. Vielleicht hätten es ein paar frische Himbeeren oder sonstiges Obst ebenso getan und harmonischer zur Zitronen-Tartelette gepasst. Aber eigentlich egal, weil das Zitronentartelette in jeder Hinsicht überzeugte und mit allem versöhnte. Insgesamt ein gut gemachtes Sommermenü.
Schlemmermenü pro Person 32 Euro
Kir Weißwein 5,90 Euro, Stauder 0,3 l 3,50 Euro, Espresso 3,20, Magnus feinperlig 0,75 l 8,50 Euro

 

Nachtrag:

Auch ein Besuch im Juni 2017, zusammen mit Freunden, bestätigte den bisherigen überwiegend guten Eindruck. Eine sehr aufmerksame und geduldige Bedienung umhegte uns. Die dargereichten Speisen kamen allesamt tadellos und schmackhaft auf die Teller. Am Nebentisch fanden sich allerdings an die 16 Skandinavier ein, so dass unter Zuhilfenahme noch weiterer Gäste in dem vollbesetzten Lokal der Lärmpegel lässig mit demjenigen in der Stadion-Fan-Kurve hätte mithalten können. Zum Glück ebbte das dann irgendwann ab und man konnte sich doch, wenn auch etwas über den Tisch gebeugt, unterhalten.

Das Casse-Croute ist halt ein französisches Bistro und kein Genusstempel im Schweigekloster. Insgesamt empfand ich das Preisniveau als etwas zu hoch, zumal es in Hamburg einige Restaurants gibt, die auf vergleichbarem Niveau kochen, aber durchaus kostengünstiger anbieten.
 

Beitrag der Genussanwältin

 

Casse-Croute
ABC-Straße 44-46
20354 Hamburg
Telefon: 040 34 33 73

 

 
 
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