La Fée

Das Restaurant La Fée hat bereits seit 2013 in den ehemaligen Räumen des
'Oberon' eröffnet, da wurde es im Sommer 2022 wirklich Zeit für einen
Besuch - trotz der dortigen Parkplatzprobleme. Und das
Schlemmersommer-Menü (3 Gänge, 39,50 pro Person), eine abgespeckte
Version des Normalmenüs, bot eine willkommene Gelegenheit. Wie haben uns
wohlgefühlt in dem alten Gemäuer, dessen rustikale Anmutung durch die
Musik von Norah Jones untermalt wurde.


Die Bedienung agierte freundlich und flott, die Getränkepreise hielten
sich im Rahmen (0,5l S. Pellegrino 5,80 €, offener spanischer Rotwein 'Ophicus'
0,2l 9,50 €). Alkoholfreies Bier wird ebenfalls angeboten,
ungewöhnlicherweise ein süffiges 'Stauder' aus Essen (0,33l, 3,90 €).
Als Gruß aus der Küche gab es zunächst eine Kleinigkeit vom Seeteufel -
sehr lecker:

Die folgende Vorspeise Thunfisch-Tatar, gebratenes Römersalat-Herz,
Parmesan-Chips, rote Paprikapesto überzeugte insbesondere durch den
großzügig bemessenen, frisch-aromatischen Fisch in nicht zu kleinen
Stücken. Das Salatherz war gerade noch diesseits der Matschigkeit.
Die Küche neigt zum Turmbau, so auch beim Hauptgang: Kalbstafelspitz
geschmort mit gratinierter Sommertrüffel-Kruste, Portweinsauce,
geschmorter Spitzkohl, gebackene Ofenkartoffeln.

Wir haben selten einen so zarten und saftigen Tafelspitz bekommen, schon
gar nicht mit einer derart feinen Kruste - Hut ab! Wunderbar dazu die
Portweinsauce auch die Kartoffelscheibchen. Beim Spitzkohl gingen die
Meinungen auseinander: Während das Genussgenie ihn matschig fand und
lieber nur kurz angebraten gehabt hätte, fand ihn die Genusssklavin
'genau richtig'. Sie muss noch sooo viel lernen!
Was folgte, war Klewis Dessert-Gruß, eine hochklassige, enorm
schmackige karamellisierte Schokoladen-Ingwer-Salz-Praline.
Leider wirklich nur eine einzige:

Das eigentliche Dessert kam als Augenweide wieder hochgestapelt daher
und bestand aus einem Waldfrucht-Törtchen, Balsamico-Mascarpone,
Feigensorbet, Mais-Kresse in Waldfruchtteig. Ein schokoladig-runder,
keinesfalls zu schwerer oder zu süßer Abschluss - wenngleich uns die
bunten Kleckse hinsichtlich Textur und Aroma sehr an Gummibärchen
erinnerten.


Der Mann bekam das eckige Muster, die Frau das runde.
Kann man gut mal machen!

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In manchen Restaurants ändert sich über Jahre nichts, und das ist auch
ganz angenehm so. Im La Fée haben wir im Mai 2026
alles beim Alten vorgefunden: Angenehmes Ambiente, freundliche Bedienung
sowie eine farbenfrohe Bistroküche, die auch vor Deftigkeiten wie in
Sahne geschmortem Wirsing nicht zurückschreckt. Statt des bestellten
trockenen Sherry als Aperitif bekamen wir zwar einen Osborne Medium,
aber der machte sich gut vor dem ersten Küchengruß. Überhaupt fallen
sämtliche Kleinigkeiten, Vorspeisen und Desserts sehr positiv auf,
während beim Hauptgang durchaus Luft nach oben war - rosa gebratene
Entenbrüste kennen wir um einige Stufen zarter.
Hier ein paar Eindrücke vom Schlemmersommer-Menü 2026 (89,- € für zwei
Personen):

Küchengruß Geschwenktes Fischragout
(Steinbutt)
mit gelben Rettich aus dem Rosmarinrauch, Ingwerpesto

Kalbsfleischscheiben zart rosa aus dem
Ofen,
Burrata mit Ochsenherztomaten in Trüffel-Parmesan
eingelegt, Steinpilzsahne geflämmt, gehobelter Sommertrüffel

Tapas-Gruss Rote Bete-Ingwercreme, gelber
Rettich,
grüne Radieschenkresse, Safrankräcker

Hauptgang Barberie Entenbrust mit
Zwergorangen zart rosa gebraten, Wirsing in Rahm geschmort, Bubenspätzle
in geklärter Butter geschwenkt

Klewis Dessert-Gruss
Schokoladen-Trüffel-Praline, Erdbeerkonfitüre,
glasierte Zwergorange, Minze


Scheibe von Wassermelone mit Minzsahne
überbacken,
Johannesbeer-Holunderkompott, Himbeer-Joghurt-Crispies,
weißes Schokoladen-Rahmeis aus dem Vanillerauch

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La Fée
Hofweg 50
D-22085 Hamburg
Telefon 040 / 18 98 31 66